Viele Patientinnen und Patienten sind verunsichert, wenn sie nach einer Darmspiegelung hören: „Es wurde ein Polyp entfernt.“ Häufig entsteht sofort die Sorge, dass es sich um Krebs handeln könnte. In den meisten Fällen ist das nicht so.
Darmpolypen sind relativ häufige Veränderungen der Darmschleimhaut. Sie können bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) erkannt und – wenn es medizinisch sinnvoll und technisch möglich ist – häufig direkt entfernt werden. Genau darin liegt einer der großen Vorteile der Koloskopie: Auffällige Veränderungen können nicht nur früh entdeckt, sondern oft auch gleich behandelt werden.
Was sind Darmpolypen?

Viele Darmpolypen können während einer Koloskopie mit einer speziellen Schlinge entfernt werden. Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor untersucht.
Ein Darmpolyp ist eine Wucherung der Darmschleimhaut. Manche Polypen sind klein und flach, andere wachsen gestielt oder breiter auf der Schleimhaut. Sie verursachen häufig keine Beschwerden und werden deshalb oft zufällig im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie entdeckt.
Es gibt verschiedene Arten von Polypen. Nicht jeder Polyp hat die gleiche Bedeutung. Manche Veränderungen sind harmlos, andere können sich – meist über viele Jahre hinweg – weiterentwickeln. Ob und wie häufig eine Kontrolluntersuchung notwendig ist, hängt daher unter anderem von der Art, Größe, Anzahl und feingeweblichen Untersuchung des Polypen ab.
Sind Darmpolypen Krebs?
Nein. Ein Darmpolyp ist nicht automatisch Krebs.
Bestimmte Polypenarten können jedoch Vorstufen darstellen, aus denen sich über einen längeren Zeitraum eine bösartige Veränderung entwickeln kann. Gerade deshalb ist es sinnvoll, auffällige Polypen frühzeitig zu entfernen und feingeweblich untersuchen zu lassen.
Die Entfernung eines Polypen ist somit nicht nur eine Behandlung eines vorhandenen Befundes, sondern kann auch dazu beitragen, das Risiko einer späteren Entwicklung zu verringern.
Warum werden Polypen während der Koloskopie entfernt?
Wenn ein Polyp bei einer Darmspiegelung entdeckt wird, kann er häufig direkt während derselben Untersuchung entfernt werden. Das erspart in vielen Fällen einen weiteren Eingriff.
Die genaue Methode richtet sich nach Größe, Lage und Form des Polypen. Kleinere Polypen können oft mit speziellen Instrumenten über das Endoskop entfernt werden. Bei größeren oder komplexeren Veränderungen kann ein anderes Vorgehen notwendig sein. Dies wird immer individuell entschieden und vor beziehungsweise nach der Untersuchung verständlich mit Ihnen besprochen.
Die entfernte Gewebeprobe wird anschließend in ein Labor geschickt. Dort wird sie feingeweblich untersucht. Erst dieser Befund zeigt genau, um welche Art von Veränderung es sich handelt und ob weitere Kontrollen notwendig sind.
Wann liegt der Befund vor?
Nach einer Polypenentfernung ist es ganz normal, dass der endgültige Befund nicht sofort feststeht. Die Gewebeprobe muss zunächst im Labor untersucht werden.
Sobald der feingewebliche Befund vorliegt, besprechen wir mit Ihnen:
- um welche Art von Polyp es sich handelt,
- ob die Entfernung vollständig war,
- ob weitere Maßnahmen notwendig sind,
- und wann eine nächste Kontrollkoloskopie sinnvoll sein kann.
Die Kontrolle richtet sich nicht nach einem starren Schema für alle Menschen. Sie hängt von Ihrem individuellen Befund, früheren Untersuchungen, familiären Risikofaktoren und Ihrer persönlichen Krankengeschichte ab.
Kann ich nach einer Polypenentfernung Beschwerden haben?
Nach einer Koloskopie mit Polypenentfernung können vorübergehend leichte Beschwerden wie Blähungen, ein Druckgefühl im Bauch oder geringe Mengen Blut im Stuhl auftreten. Was in Ihrem konkreten Fall zu beachten ist, erklären wir Ihnen nach der Untersuchung persönlich.
Bitte melden Sie sich zeitnah in der Ordination oder holen Sie ärztliche Hilfe ein, wenn nach einer Untersuchung starke oder zunehmende Bauchschmerzen, stärkere Blutungen, Fieber, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden auftreten.
Warum Vorsorge so wichtig ist
Viele Darmpolypen verursachen keine Schmerzen und bleiben unbemerkt. Gerade deshalb kann eine Vorsorgeuntersuchung sinnvoll sein – auch wenn keine Beschwerden bestehen.
Die Koloskopie ermöglicht es, die Darmschleimhaut direkt zu beurteilen und auffällige Veränderungen frühzeitig zu erkennen. In unserer Ordination kann je nach Untersuchung und medizinischer Fragestellung auch KI-unterstützte sanfte Endoskopie eingesetzt werden. KI-basierte Systeme können die ärztliche Beurteilung während der Untersuchung unterstützen. Die Diagnose und alle medizinischen Entscheidungen werden selbstverständlich weiterhin ärztlich getroffen.
Die Österreichische Krebshilfe bietet weiterführende Informationen zu Darmkrebs, Vorsorge und Früherkennung: Informationen der Österreichischen Krebshilfe zur Darmkrebsvorsorge.
Wenn Sie einen auffälligen Befund erhalten haben, eine Vorsorgeuntersuchung planen oder Fragen zu Darmpolypen haben, beraten wir Sie gerne persönlich.
Wenn Sie erstmals zu uns kommen, finden Sie hier Informationen zum ersten Termin und zu den Befunden, die Sie mitbringen sollten.
Termin zur Koloskopie oder persönlichen Befundbesprechung vereinbaren

